Die Diskussion über die Einführung von Geschlechtertests bei Frauenwettkämpfen im olympischen Sport ist ein alarmierendes Signal. Solche Massnahmen greifen in die körperliche Integrität von Athlet*innen ein und widersprechen dem Diskriminierungsverbot gemäss Olympischer Charta des International Olympic Committee.
Die aktuell diskutierten Geschlechtertests für Frauenwettkämpfe im olympischen Sport sind ein massiver Rückschritt. Sie greifen in die körperliche Integrität von Athlet*innen ein und riskieren, genau jene Menschen aus dem Sport auszuschliessen, die bereits heute strukturell benachteiligt sind. Besonders betroffen sind intergeschlechtliche, trans und nichtbinäre Menschen. Für sie bedeuten solche Tests nicht nur zusätzliche Hürden, sondern auch Stigmatisierung, Zwang zur Offenlegung sensibler Daten oder schliesslich den Ausschluss vom Wettkampf.
Diese Entwicklung steht im Widerspruch zu den Grundprinzipien des International Olympic Committee. Die Olympische Charta garantiert die Ausübung von Sport „ohne Diskriminierung irgendeiner Art“, ausdrücklich auch in Bezug auf Geschlecht. Die geplanten SRY-Gen-Screenings widersprechen diesem Grundsatz klar und diskriminieren nicht nur intergeschlechtliche und nichtbinäre Athlet*innen, sondern auch Frauen und trans Personen, die dadurch von Wettkämpfen ausgeschlossen werden könnten.
Der Verein fairplay*, eine neu gegründete, schweizweit tätige Anlaufstelle für intergeschlechtliche, trans und nichtbinäre Menschen im Sport, kritisiert die aktuellen Entwicklungen deutlich: „Geschlechtertests sind diskriminierend und verletzen die Würde von Athlet*innen. Sie lösen kein Problem, sondern verschärfen bestehende Ungleichheiten im Sport“, sagt Simi Dubach (keine/they), Co-Präsident*in von fairplay*.
Die Debatte zu Fairness im Sport ist wichtig und herausfordernd. Doch einfache Lösungen, die sich nur auf einzelne biologische Kriterien stützen, greifen zu kurz und werden der Realität von Geschlecht nicht gerecht. Stattdessen braucht es differenzierte, evidenzbasierte Ansätze, die die Rechte und die Gesundheit aller Athlet*innen schützen. fairplay* fordert das International Olympic Committee und Swiss Olympic auf, von diskriminierenden Massnahmen abzusehen und eine offene, faire und faktenbasierte Debatte zu führen.
